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Wann sollte man den Durst in der Sauna löschen?

Die Empfehlung des Deutschen Sauna-Bundes, das Trinken möglichst bis nach dem letzten Saunagang zu verschieben, geht auf die Vorstellung aus der Volksmedizin zurück, dass kräftiges Schwitzen zu einer Entschlackung des Körpers führt. Mit dem Schweiß, so meint man, werden Stoffwechselendprodukte, Gifte usw. ausgeschieden und so der Stoffwechsel entlastet.

Zur Erklärung muss man den Elektrolyt- und Wasserhaushaltes betrachten, um den Prozess des Schwitzens und der damit verbundenen Folgen für den Wasserhaushalt zu verstehen. Bekanntlich werden im Organismus bestimmte Funktionsgrößen in gewissen Grenzen konstant gehalten; so auch die Konzentration der im Blut gelösten Elektrolyte. Man bezeichnet dies als Homöostase. Dazu gehört übrigens auch die Körpertemperatur. Um sie konstant auf einen Wert um 36,5°C zu halten, leitet der Organismus mit Betreten des Saunaraumes das Schwitzen ein. Schwitzen dient also in erster Linie der Konstanthaltung der Kerntemperatur.

Für die Regulation des Elektrolyt- und Wasserhaushaltes ist unter anderem ein Hormon des Zwischenhirns beziehungsweise der Hypophyse, das Adiuretin, auch antidiuretisches Hormon genannt, verantwortlich. Es wird ausgeschüttet, wenn im Blut die Konzentration der Elektrolyte anzusteigen beginnt. Seine Aufgabe ist die Einschränkung der Wasserausscheidung über die Nieren. Damit wird einem Konzentrationsanstieg im Blut entgegengewirkt, der bei sehr starkem Schwitzen eintreten könnte.

Abgesehen von dieser hormonal gesteuerten Regulation des Wasserhaushaltes erfolgt bei vermehrtem Schwitzen ein verstärkter Abstrom von Gewebsflüssigkeit aus dem Zwischenzellbereich (Interzellularraum) in die Blutbahn, um einen Anstieg der Elektrolytkonzentration zu verhindern. Dieser erhöhte Flüssigkeitsstrom in das Blut ist die Grundvoraussetzung zu der in der Volksmedizin vertretenen Annahme einer Entschlackung durch Schwitzen. Dabei sollen die in der Gewebsflüssigkeit gelösten Stoffwechselendprodukte wie unter anderem Harnstoff, die man als „Schlacken“ bezeichnet, vermehrt in den Blutkreislauf gespült und auf diese Weise den Nieren zur Ausscheidung zugeführt werden.

Ein reichliches Trinken vor der Saunanutzung würde diesen „Spüleffekt“ verhindern, da im Blut ausreichend Wasser für die Schweißbildung vorhanden wäre. Auch über die Schweißdrüsen werden, wenn auch nur in geringem Maße, Stoffwechselendprodukte und sogar Schwermetalle ausgeschieden. Bei realer Einschätzung der mit dem Schweiß bei drei Saunagängen abgegebenen Flüssigkeitsmenge von einem halben bis einem Liter besteht für den Gesunden keine Gefahr, der man durch ein reichliches Trinken vorbeugen müsste. Als Ausnahme gelten Nierenkranke und Patienten mit Nierensteinen. Man macht also nichts falsch, wenn man mit dem Trinken bis nach dem Saunabad wartet. Im Gegenteil, dem Gewebe wird kurzzeitig Flüssigkeit entzogen, die nach der Sauna durch Trinken wieder ersetzt wird. Auf diese Weise wird das Gewebe durchspült.

Zusammengefasst:
Das Schwitzen in der Sauna und der damit verbundene Wasserverlust spielen sich in einem ungefährlichen Bereich ab und bedürfen keiner vorhergehenden besonderen Flüssigkeitsaufnahme. Der durch das Schwitzen angeregte Flüssigkeitsstrom ist erwünscht und kann durch Trinken nach dem Saunabaden ohne Problem ausgeglichen werden. Dabei werden in geringem Maß auch „Schlacken“ aus dem Gewebe gespült. Durch Schwitzen in der Sauna werden wichtige physiologische Umstellungen im Körper aktiviert, die unter den Lebensbedingungen unserer Zivilisationsgesellschaft nur selten trainiert werden. Also beim Saunabaden den Durst erst hinterher löschen

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