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Kann man im Saunaraum Kontaktlinsen tragen?

In Deutschland benötigt ungefähr die Hälfte der Bevölkerung eine Sehhilfe, um ausreichend scharf sehen zu können. Etwa 5 Prozent tragen zeitweise oder auch ausschließlich Kontaktlinsen. Dieser Anteil ist in den letzten 15 Jahren durch eine enorme Weiterentwicklung insbesondere auf dem Gebiet der Kontaktlinsenmaterialien ständig gestiegen. Die Kontaktlinse wird zu einer immer beliebter werdenden Alternative zur Brille.

Wünscht ein passionierter Saunagänger seine Kontaktlinsen auch beim Saunabaden zu tragen, ist folgendes zu berücksichtigen:

Durch die trocken-heiße Luft im Saunaraum kommt es zu einer deutlichen Erhöhung der Verdunstungsrate des Tränenfilms. Da die Kontaktlinse durch den Tränenfilm auf der Hornhaut „schwimmt“, kann ein Absinken des Tränenfilmvolumens zu Beschwerden führen. Das Beschwerdebild ist individuell sehr unterschiedlich. Es kann als Reiben, Drücken, Sandkorngefühl oder starkes Kratzen empfunden werden. Wenn der Saunagänger die Kontaktlinsen nicht herausnehmen will, kann das Tropfen von Tränenersatzflüssigkeiten Linderung bringen. Diese müssen wegen der häufig notwendigen Applikation konservierungsmittelfrei sein. Eine regelmäßige Nachbenetzung ist gegenüber einer Anwendung nach Bedarf vorzuziehen, da Missempfindungen vorbeugend verhindert werden können. Das Schließen der Augen im Saunaraum verhindert zwar eine erhöhte Verdampfung des Tränenfilms, bewirkt aber eine verminderte Sauerstoffversorgung der Hornhaut. Die Sauerstoffversorgung erfolgt fast ausschließlich über den Luftsauerstoff. Er ist in der Tränenflüssigkeit gelöst und „ernährt“ auch unter der Kontaktlinse die Hornhaut. Sind die Augen geschlossen, sinkt die Sauerstoffversorgung rasch auf etwa ein Drittel des Wertes bei geöffneten Augen ab. Allerdings sind in den letzten Jahren Kontaktlinsen aus Silikonmaterial entwickelt worden, die eine sehr hohe Sauerstoffdurchlässigkeit haben. In Kombination mit Materialien, die eine hohe Wasserbindung und damit „tränensparende“ Eigenschaft haben – sog. Hydrogele –, stehen heute Kontaktlinsen zur Verfügung, die auch unter den trocken-heißen Bedingungen der Sauna eine weitgehend optimale Versorgung der Hornhaut mit Tränenflüssigkeit und Sauerstoff gewährleisten. Im Gegensatz zur UV-Strahlung, die Kontaktlinsenmaterial völlig zerstören kann, gefährdet die trocken-heiße Saunaluft oder die hohe Wärmestrahlung von den Holzflächen und den Ofensteinen das Kontaktlinsenmaterial selbst nicht.

Glücklicherweise selten, aber umso gefährlicher ist eine Infektion des Auges, insbesondere der Hornhaut, beim Saunabaden. Das mögliche Erregerspektrum ist umfangreich und umfasst vor allem Bakterien und Pilze. Die Augen können in der Saunaanlage beim Duschen, beim Schlauchguss oder beim Abkühlen im Tauchbecken mit Krankheitserregern in Kontakt kommen. Eine der nach wie vor gefährlichsten Infektionen der Hornhaut ist diejenige mit Akanthamöben. Dauerhafte Sehverschlechterung durch Narbenbildung auf der Hornhaut bis zu einem infektiös bedingten Verlust der ganzen Sehkraft ist möglich. Gelangen nun potenzielle Erreger unter die Kontaktlinse und werden sie wegen des reduzierten Tränenfilms nicht ausreichend weggespült oder gelangen sie nach dem Saunabaden sogar noch in den Kontaktlinsenaufbewahrungsbehälter, ist eine Vermehrung innerhalb weniger Stunden möglich und es kann in diesen Fällen zu schweren Infektionen auf der Hornhaut kommen. Eine sehr einfache Möglichkeit den unmittelbaren Kontakt zum Wasser zu vermeiden ist das Tragen einer Schwimmbrille. Der Kontaktlinsenträger in der Sauna sollte sie daher beim Duschen und auch beim Tauchbad aufsetzen.

Zusammenfassend ist aus medizinischer Sicht beim Saunabaden vom Tragen von Kontaktlinsen abzuraten. Ein wesentlicher Grund hierfür ist die beschriebene Tränenfilmproblematik, die nicht nur zu einem eingeschränkten Tragekomfort der Kontaktlinse sondern auch zu einer Minderversorgung der Hornhaut mit Sauerstoff führen kann. Nicht zu unterschätzen ist auch das potenziell erhöhte Risiko einer Infektion des Auges beim Tragen von Kontaktlinsen. Die Kontaktlinsen sollten deshalb besser vor dem Saunabaden herausgenommen und nach Wiedererlangen der thermischen Homöostase des Körpers wieder eingesetzt werden.
Wird auf das Tragen der Kontaktlinsen aus medizinischer oder ästhetischer Sicht nicht verzichtet, ist der unmittelbare Kontakt der Augen mit Wasser zu meiden. Hierfür kann eine Schwimmbrille getragen werden. Am sichersten im Hinblick auf eine Infektionsgefahr ist das Tragen von weichen Einmallinsen. Diese werden nach dem Saunabaden durch neue, saubere ersetzt. Auch formstabile Kontaktlinsen zeigen seltener Ablagerungen von Erregern, führen jedoch bei vermindertem Tränenfilm rascher zu Missempfindungen. Kontaktlinsen mit einer verlängerten Tragezeit (weiche Wochen- oder Monatslinsen) bedürfen einer peniblen Hygiene mit Reinigung, Desinfektion und Verwendung sauberer Kontaktlinsenbehälter nach dem Saunabaden.
Beschwerden aufgrund des reduzierten Tränenfilms sollte der Saunagänger bereits vorbeugend durch die Applikation von konservierungsmittelfreien Tränenersatzpräparaten begegnen und/oder die Augen häufiger geschlossen halten. Neu entwickeltes Kontaktlinsenmaterial mit vermehrter Sauerstoffdurchlässigkeit und Wasserbindung sowie modifizierten Oberflächen, welche eine Abnahme des Infektionsrisikos bewirken können, ermöglichen bei verantwortungsvollem Umgang das Tragen von Kontaktlinsen auch in der Sauna.

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