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Ist die heiße Saunaluft für die Atemwege schädlich?

Die im heißen Saunaraum eingeatmete Luft hat je nach Körperhaltung und Wahl der Saunabank eine Temperatur zwischen 70 und 90 Grad. Da ist die Frage von manchem Saunaanfänger schon berechtigt, ob so heiße Luft nicht den Atemwegen schaden könne, auch wenn er nicht gleich an Siegfried Lenz denkt, der in seiner Erzählung über die Erstbekanntschaft mit dem finnischen Heißluftbad zu verspüren meinte, man habe ihm beim Betreten der Sauna „einen glühenden Pfahl in die Luftröhre gestoßen". Wenn die Luftfeuchtigkeit in der Kabine nicht viel zu hoch ist, ist die Wirkung auf die Atemwege nicht so dramatisch. Außerdem kommt unser Körper mit solchen Bedingungen gut zurecht.

Die Atemwege des Menschen verlaufen von der Nase über den Rachen in die Luftröhre, die sich in die Hauptbronchien der rechten und linken Lungenhälfte aufteilt. Ähnlich einem Baum verzweigen sie sich dort in immer kleiner werdende Äste, Bronchiolen genannt, bis hin zu den Alveolen, die als luftgefüllte Bläschen dem Blattwerk entsprechen. In den dünnen Wänden der Alveolen findet dann schließlich der lebenssichernde Gasaustausch von Sauerstoff gegen Kohlendioxyd mit dem Blut statt.

Sowohl bei kalter als auch bei warmer Außenluft hat der Körper nun das Bestreben, die eingeatmete Luft seiner Innentemperatur anzupassen. Dabei haben die Schleimhäute der Atemwege, die reich mit Drüsen und Blutgefäßen versehen sind, eine große Bedeutung. Die an der Schleimhaut vorbeistreichende Luft wird durch das wasserhaltige Sekret der Drüsen angefeuchtet und durch das dichte Blutgefäßnetz auf Körperinnentemperatur angewärmt oder abgekühlt. Dies geschieht ebenfalls beim Einatmen der heißen Saunaluft. Die Durchblutung der Schleimhäute ist dabei bis zum Siebenfachen gegenüber dem Zustand bei normal temperierter Luft gesteigert, und die aufgenommene Wärme kann so wirkungsvoll in das „kühlere" Körperinnere abgeführt werden. Solch ein Wärmetransport geschieht bekanntlich auch im ganzen Hautorgan, und als Folge davon steigt die Temperatur im Inneren des Körpers um 0,5 bis 1 °C an, was als leichte Hyperthermie (Überwärmung) anzusehen ist.

Außerdem konnte bei Untersuchungen experimentell nachgewiesen werden, dass im Saunaraum die Schleimabsonderung in der Nasenhöhle deutlich vermehrt ist. Und dies geschieht sowohl bei Atmung durch die Nase als auch durch den Mund. Der manchmal zu hörenden, pauschalen Behauptung, in der Sauna würden die Atemwege austrocknen, steht dieses Ergebnis klar gegenüber. Aufgrund der hervorragenden Anpassungsleistungen unseres Körpers braucht also niemand zu befürchten, die heiße Saunaluft könne ihm beim Einatmen schaden. Dies gilt im übrigen auch für den Wechsel zur Abkühlphase mit manchmal recht frostiger Luft.

Im Gegenteil zu etwaigen Bedenken ist es sogar so, dass die thermischen Reize auf die Schleimhäute die Abwehrmöglichkeiten unseres Körpers bei Infektionen der oberen Atemwege verbessern. Bei einer Auswertung des erwähnten Versuches wurde nämlich ermittelt, dass mit der verstärkten Schleimabsonderung ein bedeutsamer Anstieg von Abwehrstoffen (Immunglobin-A) verbunden ist. Das Resultat wurde von den Wissenschaftlern als Grund für die Tatsache angesehen, dass saunabadende Personen sich als widerstandsfähiger gegen Atemwegsinfekte erweisen. Hinzugefügt wird von Sauna-Experten, dass die Blutgefäße in den Atemwegsschleimhäuten aufgrund der wechselnden Temperatureinflüsse des Bades anpassungsfähiger im Sinne von Abhärtung werden.

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